Trinkwasser-UV: Anlagentypen nach Größe
Letzter Stand: 2026-04-18
Segmentierung
UV-Trinkwasser-Anlagen decken eine riesige Bandbreite ab — vom Einzel- Einfamilienhaus (Point-of-Entry) bis zum Großstadt-Wasserwerk mit Millionen L/h. Zwei Apps im Simulator:
drinking-water-pipe: Privathaushalt + Gewerbe, bis 100.000 L/hmunicipal-water-treatment: Kommunal/Industrie, > 100.000 L/h (Beta, FEM-Empfehlung)
Haushalt / Point-of-Entry (POE)
- Durchfluss: typ. 800–2.000 L/h Peak (Spitzenbedarf Duschzeit)
- Kontext: Einfamilienhaus, oft Quell-/Brunnenwasser-Aufbereitung
- Reaktor: klein, typ. 60–120 cm, Ø 3–8 cm
- Lampen: 1 Niederdruck-Lampe 30–60 W oder UV-C-LED-Modul
- Zertifizierung: DVGW W294 wird bei privater Brunnenwasser-Eigenversorgung meist nicht zwingend verlangt, ist aber empfohlen
- Besonderheit POE: keine Puffer-Tanks, direkter Wasserdurchfluss bei Zapfung — UV muss sofort-betriebsbereit sein (Lampe immer an oder mit Flow-Sensor Start/Stop)
Kleines Gewerbe
- Durchfluss: ~3.000–10.000 L/h
- Kontext: Restaurant, Arztpraxis, kleine Pension, Bäckerei
- Reaktor: 100–150 cm, Ø 8–15 cm
- Lampen: 1–2 Niederdruck 60–100 W
- Zertifizierung: bei Trinkwasser-Einspeisung ins Netz DVGW-Pflicht; bei Eigennutzung (z.B. Brunnen) flexibler
Gewerbe / Hotel / Kliniken
- Durchfluss: ~10.000–50.000 L/h
- Kontext: Hotel mit Kaltwasser-Vorlagebehälter, Klinik-Versorgung, Mehrfamilienhaus
- Reaktor: 150–200 cm, Ø 15–25 cm
- Lampen: 2–4 Niederdruck/Amalgam 100–300 W
- Monitoring: UV-Intensitäts-Sensor Pflicht (bei DVGW), Alarmierung bei Unterschreitung
Großgewerbe / Industrie (bis 100.000 L/h)
- Durchfluss: 50.000–100.000 L/h
- Kontext: Produktionsbetrieb mit Prozesswasser-Bedarf, Kaltwasser-Station großer Klinik
- Reaktor: 180–250 cm, Ø 20–40 cm
- Lampen: Amalgam 500–1000 W, oft 2–4 parallel
- Redundanz: bei 24/7-Betrieb zweite Straße empfehlenswert
Kommunal / Wasserwerk (> 100.000 L/h)
- Durchfluss: 100.000 L/h bis 10 Mio. L/h
- Kontext: Stadtwerk, regionales Wasserwerk, Oberflächenwasser-Aufbereitung (Talsperre)
- Reaktor: groß — oft mehrere parallele Straßen, jeweils 250–500 cm × Ø 40–100 cm
- Lampen: Amalgam 1000 W+ oder Mitteldruck (bei trübem Rohwasser)
- FEM/CFD: für exakte Reaktor-Auslegung zwingend — Strömungsprofil in Reaktor bestimmt die Dosis-Verteilung, einfache Mittelwert-Rechnung reicht nicht
- Biodosimeterie: MS2-Phagen als Surrogat für DVGW/EPA-Validierung
- Monitoring: UV-Sensorik + Flow-Meter + Temperatur-Überwachung
Warum die Trennung im Simulator
Unsere vereinfachte Single-Pass-Approximation:
- Liefert ordentliche Ergebnisse bis ~100.000 L/h (Rohr-Geometrie-Effekte gering, Strömung weitgehend laminar)
- Reicht NICHT für > 100.000 L/h: turbulente Strömung, Short-Circuit-Flow (Wasser umgeht UV-Zone), Reaktor-interne Geometrie komplex
Deshalb: drinking-water-pipe bis 100k, darüber municipal-water-treatment mit
Beta-Disclaimer + FEM-Empfehlung.
Wo fließt das ein?
drinking-water-pipe.ts— Size-Presets, Install-Notes, recommendedLampGuidancemunicipal-water-treatment.ts— Beta-Disclaimer, Install-Notes, DVGW-Zertifizierung- TODO: Website-Lead-Magnet "FEM-Auslegung anfragen" für Kommunal-Kunden
Quellen
- DVGW W294 + EPA UVDGM Sizing-Leitlinien
- Hersteller-Datenblätter (Wedeco/Xylem, Atlantium, Aquafine — Sizing-Charts)
- Valerian-Praxiserfahrung
